Jilman Zilman

Wo schnelle Bebop-Lines, an Orient, Balkan und Klezmer erinnernde Melodien und Rhythmen, sowie Freejazz-Elemente sich die Hände reichen, ist Jilman Zilman zu Hause. Das Quartett um den Augsburger Schlagzeuger Tilman Herpichböhm beeindruckt nicht nur durch seine außergewöhnliche Besetzung mit zwei Altsaxophonen, Kontrabass und Schlagzeug, sondern umso mehr durch virtuos vorgetragene kompositorische Einfachheit.

Die Kölner Saxophonisten Julian Bossert und Johannes Ludwig, sowie Peter Christof aus Nürnberg am Bass, verleihen Herpichböhms Stücken seit Sommer 2010 die passenden Klänge, um mal friedlich und verspielt, mal wild und aufbrausend die Hörknospen der Zuhörer auf besondere Art herauszufordern. Ganz wie seine großen Einflussgeber, die beiden wahrscheinlich bekanntesten No-Harmony-Quartette des Jazz, das Ornette Coleman Quartett und John Zorns Masada.

Jilman Zilman begannen 2010 sogar als Masada-Spezialisten, als Tilman Herpichböhm sein Diplom-Abschlusskonzert an der Musikhochschule seiner damaligen Lieblingsband widmete. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Band weit über 30 Eigenkompositionen.

Mit zwei speziellen Duo-Arrangements konnte 2012 die Jilman Zilman Duo Experience (Johannes Ludwig & Tilman Herpichböhm) den Bruno-Rother-Gedächtnispreis in Fürth gewinnen. Die Veröffentlichung des ersten Albums „Jilman Zilman“ fand in der Edition Metropolmusik beim Label11 (Nürnberg) statt. Das Quartett war daraufhin nominiert für den Neuen Deutschen Jazzpreis 2013 und belegte den zweiten Platz beim internationalen Jazzwettbewerb Burghausen 2013.

Im April 2014 gewann Jilman Zilman den ersten Hansjörg-Hensler-Jazzpreis der LAG Jazz beim Kemptener Jazzfrühling verbunden mit einer Tournee durch die schönsten bayerischen Jazzclubs.
Im September 2014 wurde in Kooperation mit BR Klassik die zweite Platte „Das zweite und letzte Album“ der Band beim Augsburger Label In gute Hände auf Vinyl released.
Zwei Tourneen führten die Gruppe 2016 mit zwei internationalen Stars der Jazzszene zusammen. Zum einen mit Simon Nabatov aus Moskau/New York/Köln, mit dem es 2015 bereits ein aufregendes musikalisches Zusammentreffen gab. Das übliche „Das machen wir nochmal!“ wurde nun zur Wirklichkeit. Wenn diese energiegeladene Musik in ihrer Virtuosität noch getoppt werden kann, dann jetzt. Beim SWR in Tübingen entstanden mit Simon während der Tour erste Live-Aufnahmen, die Titaniac Stories, eine sechsteilige Suite. Außerdem wurde im Februar 2017 im Kölner Loft eine weitere Studiosession abgehalten, in der Material für eine CD entstand, die 2018 released werden soll.

Außerdem gab es 2016 die Feuertaufe der elektrischen Variante: Electric Jilman Zilman (das akustische Quartett plus E-Bass, E-Gitarre und E-Piano) feierte eine Woche lang sein Debut beim Sommerfestival „Zikaden“ in Nürnberg. Der neue elektronische Sound und das entschleunigte Klangkonzept hebt die sonst eher zeitgenössisch hektische Musik auf ein tiefgründigeres musikalisches Niveau, in dem jederzeit mit hochvirtuosen Ausbrüchen in die Vergangenheit gerechnet werden muss.

Electric Jilman Zilman ging dann in der Stamm-Quartettbesetzung mit niemand geringerem als Jesse van Ruller als Stargast im November 2016 durch Süddeutschland auf Tournee. Der Musiker aus Amsterdam zählt zu den gefragtesten Jazzgitarristen der Welt und wird gerne in einem Atemzug mit Peter Bernstein und Ben Monder genannt.
2018 erschien das dritte Album „Jilman Zilman feat. Simon Nabatov – The Loft Recordings“ bei GLM.

Tilman Herpichböhm Drums
Peter Christof Bass
Johannes Ludwig  Alto-Saxophone
Julian Bossert Alto-Saxophone

http://tilmantilman.de/jilmanzilman/

 

Photo: Lena Semmelroggen